Hohe Spritpreise: Wie können Sie dennoch sparen?

Von Anna Kristina BückmannLesezeit: 6 min30.03.2026
Foto: Preis-Anzeige einer Tankstelle©PS3000 - iStock

Schock an den Tankstellen: Die Preise an den Tankstellen knacken die Zwei-Euro-Marke. Der Bundesrat hat ein Maßnahmenpaket verabschiedet – was zu einer Deckelung der Spritpreise führen soll. MEINRECHT erklärt, wie die Spritpreise entstehen, was die Maßnahmen beinhalten und: Wie Sie möglichst günstig tanken.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Konflikt im Nahen Osten treibt den Spritpreis in die Höhe.

  • Der Bundesrat hat ein Maßnahmenpaket gegen die steigenden Spritpreise verabschiedet.

  • Die Preise werden nur noch einmal am Tag um 12 Uhr erhöht.

  • Kraftstoffunternehmen müssen Nachweise bei erheblichen Preissteigerungen vorlegen.

  • Das Maßnahmenpaket gilt seit dem 1. April.

  • Uhrzeit, Ort und Apps können helfen, günstige Preise an den Tankstellen zu erwischen.

Teures Tanken: Warum gibt es so hohe Preise?

Schlangen an günstigen Tankstellen, Autofahrende tanken Benzinkanister voll: Der Spritpreis in Deutschland hat die Zwei-Euro-Marke geknackt – zum Unmut vieler Autofahrer*innen. 2,11 Euro kostet der Liter Super nach Daten des SWR im Durchschnitt an deutschen Tankstellen. Ein Liter Diesel kostet 2,17 Euro (Stand: 18.3.2026).

Vor Beginn des Irankriegs vor rund zweieinhalb Wochen lag der Liter Super bei 1,83 Euro im Schnitt. Diesel gab es für 1,75 Euro. Der Grund: Die für den Transport für Rohöl wichtige Straße von Hormus ist beschnitten. Außerdem sind Öl-Förderländer bedroht.

Aus Rohöl wird Benzin und Diesel hergestellt. Gehen die Preise für Öl nach oben, wirkt sich das auch auf den Spritpreis aus.

Warum ist der Sprit in Deutschland so teuer und in anderen Ländern nicht?

In Deutschland sind die Spritpreise höher gestiegen als im europäischen Durchschnitt. Das belegen Zahlen der Europäischen Kommission. So stieg der Liter Diesel diese Woche knapp 25 Prozent an im Vergleich zum Preis vor dem Angriff auf den Iran. Im europäischen Durchschnitt waren es nur 17 Prozent. Bei Benzin lag Deutschland ebenfalls weit vorne: Fast 14 Prozent verteuerte sich der Liter in diesem Zeitraum. Im EU-Schnitt waren es nur 8,4 Prozent.

Grund für den starken Anstieg sind zum einen die Steuern, die auf Kraftstoffe entfallen. In Deutschland macht der Steueranteil deutlich mehr als die Hälfte des Benzin- und Dieselpreises aus. Die deutsche Energiesteuer ist mit rund 65 Prozent pro Liter Benzin und 47 Prozent auf den Liter Diesel recht hoch im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Daneben treibt der CO2-Preis den Kraftstoff in die Höhe. Dieser fällt bislang in der EU unterschiedlich aus.

Spritpreise: Autofahrer*innen tanken weiter

Aber ein Marker könnte ausschlaggebend sein: In Deutschland gibt es vergleichsweise wenige Konzerne, die Raffinerien, Tankstellen und den Großhandel kontrollieren. Damit ist der Wettbewerb niedrig – und das Angebot bestimmt sich nach der Nachfrage.

Eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten TomTom für die Deutsche Presse-Agentur hat ergeben, dass es keinen relevanten Rückgang der Fahrleistung gegeben hat. Es sei sogar noch etwas mehr gefahren worden. Die Autofahrenden schrecken also – bislang – wohl nicht vor den hohen Preisen zurück. Die Preise an den Tankstellen können die Betreiber selbst festlegen.

Erhöhung 1x täglich: Spritpreisbremse kommt

Die Bundesregierung will die Spritpreise deckeln. Am Freitag (27. März) hat der Bundesrat ein Kraftstoffmaßnahmenpaket des Kabinetts verabschiedet. Dieses enthält folgende Punkte:

  1. 1.

    Spritpreis-Erhöhung einmal täglich: Tankstellenbetreiber dürfen Spritpreise nur noch einmal am Tag erhöhen – und zwar um 12 Uhr.

  2. 2.

    Beweislastumkehr: Das Bundeskartellamt kann künftig einfacher gegen Kraftstoffkonzerne mit missbräuchlichen Spritpreisangeboten vorgehen. Bislang müssen die Behörden die Grundlagen für die angebotenen Preise erst ermitteln, um Missbrauch nachzuweisen. Durch eine Beweislastumkehr müssen nun die Unternehmen darlegen, wie erhebliche Preissteigerungen zustande kommen.

  3. 3.

    Verstärkte Sektoruntersuchungen: Das Bundeskartellamt soll vertiefte Untersuchungen im Sektor vornehmen können. Aus den gewonnenen Erkenntnissen soll die Behörde Maßnahmen treffen, um den Wettbewerb zu verbessern.

Die neue Preisregel für Tankstellen sind am 1. April in Kraft in Kraft getreten.

Apps, Ort, Uhrzeit: Tipps für günstiges Tanken

Es gibt ein paar Möglichkeiten, den teuren Spritpreisen zumindest etwas auszuweichen:

  • Uhrzeit: Die Seite spritpreise.jetzt zeigt die stündlichen Durchschnittspreise der letzten 30 Tage an. Demnach ist es aktuell am günstigsten in den Zeiten zwischen 17 bis 18, 19 bis 20 und 21 bis 22 Uhr. Tanken am Abend macht sich also im Geldbeutel bemerkbar.

  • Apps: Es gibt einige Apps, die Ihnen die Tiefstpreise an den Tankstellen anzeigen. Dazu zählen die Apps Clever Tanken, ADAC Drive und Mehr Tanken. Diese beziehen ihre Daten direkt von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. Weitere Apps hat die Stelle auf ihrer Seite Verbraucherinformationsdienste zusammengefasst.

  • Ort: Es gibt bestimmte Orte, um die Sie fürs Tanken besser einen großen Bogen machen sollten: Dazu zählen vor allem Tankstellen an Autobahnen. Der Sprit kann dort schon einmal 30 bis 50 Cent pro Liter teuer sein. Günstiger ist meist das Tanken an Supermärkten und Discountern. Es kann sich also lohnen, für das Tanken fünf Kilometer oder mehr von der Autobahn abzufahren.

  • ÖPNV: Eine Alternative zum teuren Tanken bieten auch Bus und Bahn. Das Deutschlandticket kostet im Monat 63 Euro. Das Abo ist jederzeit kündbar. Daneben werden in einigen Bundesländern weitere Preismodelle und Apps fürs ÖPNV-Fahren angeboten. So ermittelt in Nordrhein-Westfalen die App eezy.nrw per Luftlinie die günstigste Fahrt – und maximal 63 Euro pro Monat für Fahrten in der 2. Klasse.

Tanken im Ausland: Macht das Sinn?

Auch das Tanken im Ausland kann günstiger sein. So sind die Preise in Polen, Tschechien und Luxemburg meist deutlich niedriger als in Deutschland. Auch hier helfen die Tank-Apps beim Preisvergleich. Aber: Auch in den Nachbarländern holen die Spritpreise langsam auf. Manche Länder haben auch eine Begrenzung eingeführt. So dürfen Autofahrende in Slowenien nur noch 50 Liter täglich tanken. In der Slowakei zahlen Ausländer an der Tanke drauf.

Und: Der Umweg muss sich lohnen. Maximal sollten Sie daher eine Fahrt von 20 bis 30 Kilometern fürs günstigere Tanken in Kauf nehmen.

Wie viele Benzinkanister darf ich füllen?

Einige befüllen neben dem Tank auch gleich ihre Benzinkanister. Aber hier gibt es Grenzen: In Deutschland dürfen Sie im Auto als Notfallreserve 60 Liter je Behälter dabei haben und 240 Liter insgesamt. Der ADAC empfiehlt aber aus Sicherheitsgründen nicht mehr als eine Menge von zehn Litern.

Auch für die Aufbewahrung in der Garage gibt es Höchstwerte. Die fallen je nach Bundesland aber unterschiedlich aus. In Baden-Württemberg liegt das Limit für Diesel bei 200 Litern und bei Benzin bei 20 Litern.

Bei der Einfuhr aus anderen EU-Ländern fällt ab 20 Litern eine Mineralölsteuer an.

Fazit: Tanken muss ab jetzt geplant sein

Der Irankrieg und die Lage an der Straße von Hormus treiben die Spritpreise in die Höhe – in ganz Europa. In Deutschland versucht die Bundesregierung mit einem Maßnahmenpaket gegenzusteuern. Spritpreiserhöhung nur noch einmal täglich und verbesserte Kontrollen gelten seit dem 1. April. Ab jetzt gilt: Die Fahrt zur Tanke muss noch mehr als zuvor geplant sein. Wer bislang noch nicht auf Zeit und Ort achten musste, der sollte es spätestens jetzt tun: abends und fernab der Autobahnen lässt es sich tendenziell am günstigsten tanken. Auch eine Fahrt ins Nachbarland kann sich lohnen – allerdings nur, wenn der Umweg nicht zu groß ist. Alternative Fahrtmöglichkeiten bieten Bus und Bahn.

Quellen:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Gegen überhöhte Spritpreise – Bundesregierung beschließt Kraftstoffmaßnahmenpaket (zuletzt abgerufen am: 18.3.2026)

Wirtschaftswoche, Trotz teurem Sprit – Deutsche fahren nicht weniger Auto (zuletzt abgerufen am: 20.03.2026)

Spiegel Wirtschaft, Darum ist Sprit in Deutschland so viel teurer als in anderen EU-Ländern (zuletzt abgerufen am: 20.3.2026)

Sonstiges
Anna Kristina Bückmann

Anna Kristina Bückmann

Mit ihrer journalistischen Erfahrung recherchiert sie interessante Rechtsthemen für meinrecht.de – und beantwortet diese mit ihrem Wissen als Anwältin.

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