Gesundheits-Vorsorge: Wann Ihnen welche Checks zustehen

Von Lilly KeymelLesezeit: 4 min05.05.2026
Foto: eine junge Patientin bespricht sich mit ihrer Ärztin©nensuria - iStock

Vorsorgeuntersuchungen sind für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden kaum wegzudenken – einen richtigen Überblick über das Angebot haben trotzdem die wenigsten. Auf MEINRECHT.DE erfahren Sie, welche Angebote es neben Gesundheits-Check-ups, Hautkrebs-Screening und Co. gibt und worauf Sie ab welchem Alter einen Anspruch haben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gesetzlich Versicherte haben einen Anspruch auf bestimmte Vorsorgeuntersuchungen.

  • Ihr Alter und Geschlecht bestimmen, welche Untersuchung Sie vornehmen können.

  • Die Krankenkasse zahlt auch einige Impfungen für Erwachsene.

  • Eine regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen kann sich mit Bonusprogrammen doppelt lohnen.

  • Zusätzliche Untersuchungen sind möglich – müssen aber meist selbst bezahlt werden.

Warum sind Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll?

Gesundheits-Check-up, Pap-Abstrich, Hautkrebs-Screening: Durch Vorsorgeuntersuchungen können Krankheiten früh erkannt werden. Sie fördern den Erhalt der Gesundheit und führen dazu, dass es für Heilungsmöglichkeiten bessere Chancen gibt. Denn in der Regel gilt: Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.

Übrigens: Für den optimalen Überblick können Sie den Vorsorge-Planer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nutzen.

Vorsorgeuntersuchungen: Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Um Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, müssen Sie Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sein. Welche Untersuchungen Sie durchführen lassen können, richtet sich nach

  • Ihrem Alter,

  • Ihrem Geschlecht und

  • festgelegten Zeitabständen.

Tipp: Krankenkassen stellen in der Regel umfassende Informationen über ihr Vorsorgeangebot bereit – dort können Sie sich über weitere Anforderungen informieren.

Impfungen: nicht nur für Kinder

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nicht nur Vorsorgeuntersuchungen, sondern auch Schutzimpfungen für Erwachsene. Dazu gehören meist alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen wie beispielsweise

  • Tetanus,

  • Diphterie,

  • Keuchhusten oder

  • FSME.

Auch hier müssen Sie Mindestalter und -abstände einhalten, um die entsprechende Schutzimpfung zu erhalten.

Checkliste: Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

18-35 Jahre: Einmaliger allgemeiner Gesundheits-Check-up zur Früherkennung von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Ab 20 Jahren: Jährlicher Pap-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhals- und Genitalkrebs; ab 35 Jahren erfolgt der Abstrich nur alle drei Jahre.

Bis 25 Jahre: Jährlicher Test auf eine Chlamydien-Infektion.

Ab 30 Jahren: Früherkennung von Brustkrebs durch Abtasten der Brust sowie einer Anleitung zur Selbstuntersuchung.

Ab 35 Jahren: Alle drei Jahre ein allgemeiner Gesundheits-Check-Up zur Früherkennung von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening zur Früherkennung.

Ab 50 Jahren: Früherkennung von Darmkrebs wahlweise durch Abgabe einer Stuhlprobe alle zwei Jahre oder zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren.

50-75 Jahre: Alle zwei Jahre ein Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs.

Checkliste: Vorsorgeuntersuchungen für Männer

18-35 Jahre: Einmaliger allgemeiner Gesundheits-Check-up zur Früherkennung von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Ab 35 Jahren: Alle drei Jahre allgemeiner Gesundheits-Check-Up zur Früherkennung von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening zur Früherkennung.

Ab 45 Jahren: Jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata.

Ab 50 Jahren: Früherkennung von Darmkrebs durch wahlweise alle zwei Jahre eine Stuhlprobe oder zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren.

Ab 65 Jahren: Einmaliger Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader.

Neu: Seit dem 1. April 2026 haben Sie einen Anspruch auf eine jährliche Untersuchung zur Lungenkrebs-Früherkennung – sofern Sie starke Raucher*in sind und damit zur Risikogruppe gehören.

Regelmäßige Vorsorge: Nicht nur für Ihre Gesundheit von Vorteil

Die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen birgt nicht nur für Ihre Gesundheit erhebliche Vorteile. Die meisten Krankenkassen bieten darüber hinaus Bonusprogramme an, bei denen Sie durch regelmäßige Untersuchungen Punkte sammeln können – und sich so finanzielle Zuschüsse oder andere Boni sichern. Melden Sie sich hierzu beim Bonusprogramm Ihrer Krankenkasse an und lassen sich Ihre Untersuchungen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abstempeln.

Mehr Sicherheit mit individuellen Gesundheitsleistungen?

Neben den bekannten Vorsorgeuntersuchungen haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, weitere, zum Teil speziellere Untersuchungen und Gesundheitschecks wahrzunehmen. Diese individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) gehören nicht zu den Leistungen der Krankenkasse, sondern müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden – und das kann teuer werden. Ihr Nutzen ist daher umstritten.

Der IGeL-Monitor bewertet Untersuchungen anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse. Er ordnet die Leistungen nach den Kriterien positiv, tendenziell positiv, unklar, tendenziell negativ und negativ ein. So bewertet der Monitor beispielsweise Akupunktur zur Vorbeugung von Migräneanfällen als tendenziell positiv. Sie können Rücksprache mit Ihrer Kasse halten, ob die in Frage stehende Untersuchung sinnvoll ist und die Kasse womöglich noch Kosten übernimmt.

Gesundheitsreform 2026: Die wesentlichen Änderungen

Aufgrund der steigenden Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung plant die Bundesregierung mit ihrer Gesundheitsreform zahlreiche Änderungen im Gesundheitssystem. Was auf der einen Seite eine Menge Geld sparen soll, hat auf der anderen Seite erhebliche Auswirkungen für Versicherte.

Geplante Änderungen sind unter anderem:

  • Wegfall der Kostenerstattung für homöopathische Arzneimittel,

  • Einmalige Erhöhung der Zuzahlungsbeiträge um 50 Prozent,

  • Reduzierung der Festzuschüsse beim Zahnersatz auf 50 Prozent,

  • Beendigung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehe- oder Lebenspartner*innen.

Fazit: Gesundheits-Vorsorge gibt Sicherheit

Gesundheits-Vorsorge lohnt sich – medizinisch und finanziell. Wenn Sie regelmäßig Untersuchungen wahrnehmen, erkennen Sie Krankheiten früh und verbessern Ihre Behandlungschancen. Halten Sie sich an die empfohlenen Termine und prüfen Sie Zusatzangebote kritisch. Ihre Krankenkasse bleibt dabei die wichtigste Anlaufstelle für aktuelle und verbindliche Informationen.

Sonstiges
Lilly Keymel

Lilly Keymel

steht kurz vor dem ersten juristischen Staatsexamen und hat schon zu Schulzeiten großen Gefallen am Recherchieren und Schreiben gefunden. In juristischen Themen ist sie zu Hause und ergänzt damit perfekt das Autor:innenteam von MEINRECHT.

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