Netflix-Preiserhöhung unwirksam: So bekommen Sie zu viel gezahltes Geld zurück

Von Anna Kristina Bückmann & Lilly KeymelLesezeit: 2 min21.05.2025
Auf dem Foto sitzt eine Frau vor dem Fernsehr und sucht bei Netflix einen Film aus.©demaerre - iStock

Die Preiserhöhungen bei Netflix zwischen 2017 und 2022 waren unwirksam. Das hat das Kölner Landgericht entschieden. Ein Kunde erhielt knapp 200 Euro zurück. Wir erklären Ihnen, wie Sie zu viel gezahltes Geld vom Anbieter zurückfordern können – mit einem Musterformular.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Preiserhöhungen von Netflix waren unwirksam.

  • Zu viel gezahltes Geld können Sie zurückfordern.

  • Unser Musterformular hilft Ihnen bei möglichen Ansprüchen.

Preiserhöhung verstößt gegen das Gesetz

Der Streamingdienst Netflix erhöhte zwischen den Jahren 2017 bis 2022 seine Preise fürs Abo. Das war unwirksam, entschied das Kölner Landgericht (AZ: 6 S 114/23). Netflix-Kund*innen können versuchen, zu viel gezahltes Geld zurückzufordern. Dafür können Sie unser Musterformular nutzen.

Netflix hatte die Preise von ursprünglich 11,99 Euro pro Monat (2017) auf zuletzt 17,99 Euro (2022) erhöht. Der Streamingdienst informierte seine Kund*innen über die Preiserhöhungen über ein sogenanntes Pop-Up-Fenster auf der Webseite. Unter der Ankündigung war ein Button mit der Aufschrift „Preiserhöhung zustimmen“.

Einseitige Preiserhöhung unwirksam

Netflix hätte so die Preise nicht einseitig erhöhen dürfen. Nach Ansicht des Landgerichts war die der Erhöhung zugrundeliegende Preisanpassungsklausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam (§ 307 Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch). Sie benachteiligt Kund*innen unangemessen, da sie ihnen faktisch keine Wahl lasse.

Die Preiserhöhung ist aus Sicht der Richter nicht wirksam vereinbart worden. Es fehle an einem rechtlich bindenden Angebot von Netflix und einer wirksamen Zustimmung des Kunden.

Netflix-Abonnent bekommt knapp 200 Euro zurück

In dem Verfahren vor dem Landgericht hatte ein Kunde gegen die Erhöhung in den Jahren 2017, 2019 und 2022 geklagt. Er forderte die Differenz zwischen dem ursprünglichen und den neuen Beträgen zurück. Das Gericht sprach ihm 191,60 Euro zu. Für die ebenfalls erhöhten Beiträge aus den Jahren 2017 und 2018 war der Anspruch des Mannes bereits verjährt.

Haben Sie auch zu viel gezahlt?

Sind Sie Netflix-Abonnent*in und konnten Sie Ihren Zugang ebenfalls nur durch einen Klick auf den Button weiter nutzen? Dann können Sie mithilfe unseres Musterformulars Netflix auffordern, zu viel gezahlte Beiträge zurückzuzahlen. Füllen Sie dafür das Formular aus und schicken Sie es direkt an Netflix.

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Hilfreiche Dokumente vom Muster-Kaufvertrag bis zum Wohnungsübergabe-Protokoll als kostenloser Download.

Das Kölner Urteil ist zwar allein bindend für den klagenden Kunden und Netflix – Sie haben dadurch nicht automatisch einen Anspruch gegen den Streaminganbieter. Allerdings zeigt die Entscheidung, dass Netflix die Preise so nicht hätte erhöhen dürfen und die Forderung nach den erhöhten Preisen rechtlich nicht haltbar ist.

Vertragsrecht
Anna Kristina Bückmann

Anna Kristina Bückmann

Mit ihrer journalistischen Erfahrung recherchiert sie interessante Rechtsthemen für meinrecht.de – und beantwortet diese mit ihrem Wissen als Volljuristin für Sie.

Lilly Keymel

Lilly Keymel

Steht kurz vor dem ersten juristischen Staatsexamen und hat schon zu Schulzeiten großen Gefallen am Recherchieren und Schreiben gefunden. In juristischen Themen ist sie zu Hause und ergänzt damit perfekt das Autor:innenteam von MEINRECHT.

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