Darf ich Pfandflaschen auf der Straße abstellen?

Von Anna Kristina BückmannLesezeit: 4 min01.02.2026
Foto: Ein älterer Mann schaut in einem Mülleimer nach Pfandflaschen©RRF - AdobeStock

Besonders in Großstädten sieht man es häufig: Pfandflaschen werden für Flaschensammler*innen neben Mülleimern, Altglascontainern oder auf dem Gehweg abgestellt. Doch was gut gemeint ist, kann teuer werden. Droht ein Bußgeld, wenn Sie die Flaschen falsch entsorgen? Welche legalen Alternativen gibt es?

Das Wichtige in Kürze:

  • Für illegale Abfallentsorgung droht ein Bußgeld.

  • Auch Pfandflaschen müssen richtig entsorgt werden.

  • Die Höhe des Bußgeldes für illegale Abfallentsorgung fällt je nach Gemeinde unterschiedlich aus.

  • Die Ordnungsbehörde hat ein Ermessen bei der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten.

  • Sammelbehälter bieten eine Alternative zur illegalen Entsorgung.

Pfandflaschen als Spende: gut gemeint – teuer bezahlt

Besonders in Großstädten wie Berlin oder Köln gehört es zum Stadtbild: Pfandflaschen werden neben Mülleimern, Altglascontainern oder auf dem Gehweg abgestellt. Flaschensammler*innen sollen so einfacher das Glas einsammeln können. Sie müssen nicht umständlich und mit unangenehmen Gefühlen im Mülleimer herumwühlen.

Doch die gut gemeinte Geste kann Folgen haben – sogar finanzielle. Denn rechtlich gesehen ist das Abstellen von Pfandflaschen an nicht dafür vorgesehenen Orten eine illegale Abfallentsorgung. Und dafür drohen Bußgelder.

Dortmunder muss knapp 130 Euro Bußgeld zahlen

So erging es einem Mann in Dortmund. Er stellte Pfandflaschen neben einem Glascontainer ab. Seine Geste war gut gemeint: Er wollte das Pfand Bedürftigen spenden. Doch das Ordnungsamt brummte ihm dafür ein Bußgeld auf.

Knapp 130 Euro soll er fürs Abstellen der Pfandflaschen zahlen (Paywall). Die Stadt verweist auf das Kreislaufwirtschaftgesetz und die ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt Dortmund. Sie wolle mit der Verfolgung der Ordnungswidrigkeit auch Nachahmer*innen abschrecken.

In Bielefeld kassierte eine Frau ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro. Sie hatte eine Pfanddose gut sichtbar neben ein Schaufenster (Paywall) für Flaschensammler*innen gestellt.

Pfandflaschen abstellen – wie viel Bußgeld droht?

Wie hoch das Bußgeld für eine illegale Müllentsorgung ausfällt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. So werden in Nordrhein-Westfalen (NRW) für „unbedeutende Produkte“ wie Pappbecher, Zigarettenschachtel und Bananenschalen 10 bis 25 Euro Bußgeld fällig.

Für Flaschen sind es in Baden-Württemberg 25 bis 100 Euro. In Bayern drohen dafür 35 bis 80 Euro. Und in Berlin sind es sogar 250 bis 800 Euro Bußgeld.

Übrigens: Seit Anfang 2024 gibt es in Deutschland auch Pfand auf Milchprodukten wie Milch, Joghurt und Milchmischgetränken. Für die Einwegkunststoffflaschen gibt es seitdem mindestens 25 Cent Pfand zurück.

Behörde hat bei Ordnungswidrigkeit ein Ermessen

Behörden haben aber bei Ordnungswidrigkeiten ein Ermessen. Gemäß § 47 Ordnungswidrigkeitengesetz können sie selbst entscheiden, ob sie ein Verfahren verfolgen oder einstellen. Zum Beispiel, wenn eine Ahnung nicht geboten ist.

Tatsächlich birgt das Abstellen von Pfandflaschen auf Gehwegen oder neben Mülleimern oder Glascontainern Gefahren. So können die Flaschen umfallen, kaputt gehen und die Glasscherben Tiere und Menschen verletzten. Die Entsorger kommen mit ihren Fahrzeugen schwieriger an die Container heran, wenn Glasflaschen drumherum oder darauf abgestellt werden.

Pfandflaschen abstellen: Es gibt bessere Alternativen

Es gibt ein paar legale Möglichkeiten, um Flaschenpfand zu spenden:

  1. 1.

    Pfandflasche direkt Flaschensammler*innen in die Hand geben.

  2. 2.

    Pfandflaschen am Automaten entsorgen und Pfandbon spenden.

  3. 3.

    Pfandflaschen in bereitgestellte Flaschenhalter stellen.

Flaschenhalter haben einige Städte an Mülleimern abgebracht, so zum Beispiel Nettetal oder Dinslaken (beides NRW). Auch gibt es teils Plätze, an denen Pfandflaschen legal abgestellt werden dürfen. Erkundigen Sie sich dafür bei Ihrer Gemeinde.

Übrigens: Pfandbons können in der Regel drei Jahre lang eingelöst werden. Der Aufdruck muss aber noch scannbar sein.

„Pfand gehört daneben“: Initiative für Recyclingkreislauf

Der Initiative „Pfand gehört daneben“ des Getränkeunternehmens fritz-kulturgüter GmbH (fritz-kola) haben sich inzwischen mehr als 80 Hersteller angeschlossen. Die 2011 gegründete Initiative wirbt dafür, Pfandflaschen nicht wegzuschmeißen, sondern sie in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. Gleichzeitig macht sie auf den sozialen Aspekt des Flaschen-Sammelns aufmerksam.

Wussten Sie: Supermärkte und Discounter mit einer Verkaufsfläche von mehr als 200 Quadratmetern sind nach § 31 Verpackungsgesetz verpflichtet, alle Einweggetränkeverpackungen zurückzunehmen und Pfand zu erstatten. Kleinere Läden müssen nur die Marken zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment führen.

Fazit: Pfandflaschen auf legalem Weg spenden

Das Abstellen von Pfandflaschen auf Straßen und an Mülleimern und Glascontainern ist eine illegale Abfallentsorgung. Gemeinden können für die gut gemeinte Geste ein Bußgeld erheben. Die Höhe reicht von 50 bis 800 Euro. Es gibt bessere Möglichkeiten, Pfandflaschen zu spenden. Dazu zählt, die Flaschen den Sammler*innen direkt in die Hand zu geben, Pfandbons zu spenden oder die Flaschen in dafür vorgesehene Behälter sowie an Sammelstellen zu stellen.

Quellen:

Bußgeldkatalog.org, Müll und Abfall: Bußgelder zur Müllentsorgung (zuletzt abgerufen am: 29.01.2026)

Resorti, Altglasentsorgung und Glasrecycling – welches Glas gehört in welchen Container? (zuletzt abgerufen am: 29.01.2026)

Sonstiges
Anna Kristina Bückmann

Anna Kristina Bückmann

Mit ihrer journalistischen Erfahrung recherchiert sie interessante Rechtsthemen für meinrecht.de – und beantwortet diese mit ihrem Wissen als Anwältin.

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